Programm 2017

Mittwoch 15.März 2017, 20:00

Saal Schloss Thunstetten

„Al gusto napolitano“ oder Die Erben der Scarlattis

Sabina Weyermann, Blockflöte; Andreas Heiniger, Nuria Rodriguez, Violinen;

Bernhard Maurer, Violoncello; Rainer Walker, Cembalo

Kammerkonzerte und Sonaten von Alessandro Scarlatti (vor 1660-1725), Domenico Scarlatti (1685-1757), Francesco Mancini (1672-1737), u.a.

Dieses Konzert handelt musikalischen, erschlichenen und ausgeschlagenen Erben. Alessandro Scarlatti, der Maestro aus Napoli, war für viele Komponisten der damaligen Zeit der einzige Grund, die anstrengende Reise nach Napoli auf sich zu nehmen. Domenico Scarlatti, der Figlio und auch Maestro, geht seinen eigenen Weg, lernt auf der iberischen Halbinsel die dortige Volksmusik kennen und ist seinerseits Inspirator für Musiker und Tonsetzer aus ganz Europa. Die ergreifende Musik, von purer Lebensfreude bis abgrundtiefer Trauer geprägt, ist zuweilen überbordend und wild gestikulierend: Oper ohne Worte, al gusto napolitano….

Eintritt 28.-, Platzreservation empfohlen unter der Nummer 079 319 13 81

 

Sonntag 9. April 2017, 17:00

Klosterkirche St. Urban

Kathrin Hottiger, Sopran; Alexandra Busch, Alt; Michael Mogl, Tenor; Henryk Böhm, Bariton; Kammerchor Konolfingen; Barockorchester Allegria Musicale (Konzertmeister Andreas Heiniger); Mona Spägele, Leitung

„Der Tod Jesu (1755)“ Passionsoratorium von Georg Philipp Telemann (1681-1767)

2017 jährt sich Georg Philipp Telemanns Todesjahr zum 250. Mal . Grund genug, diesen unbekanntesten unter den bekannten deutschen Barockkomponisten neu zu entdecken. Wir freuen uns, zu diesem Anlass eines seiner grossen späten Vokalwerke in St. Urban aufzuführen. Das Jubiläumsjahr wird hoffentlich dazu beitragen, Telemann aus dem Schatten seiner heutzutage viel berühmteren Zeitgenossen wie Bach und Händel ans Licht zu holen und auch seinen grossen oratorischen Werken die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken.

„Der Tod Jesu“, ein Passionsoratorium nach dem Text von Karl Wilhelm Ramler, gehört in eine Reihe wunderbarer Alterswerke Georg Philipp Telemanns. Seine Musik grenzt sich mit ihrer charakteristischen Herbheit , vom damals schon verbreiteten modernen, «empfindsamen Stil» ab. Sie ist voll von überraschender, ja drastischer Harmonik, expressiv und dramatisch in der Gestaltung der Soli und – trotz sparsamer Instrumentation – voller unerhörter Klangbilder. Einen ergänzenden Gegensatz dazu bieten schlichte, eindringliche Choräle und kommentierende Chöre bis hin zum ergreifend innigen Schlusschor.

Sonntag 25. Juni 2017, 20:00

Innenhof Schloss Thunstetten

Gunta Smirnova, Sopran; Patrick Oetterli, Bariton; Sabina Weyermann, Barockoboe/ Blockflöte;  Andreas Heiniger, Violine; Regina Kobe, Violoncello; Rainer Walker, Cembalo

„L’Amour fou à la campagne“  drei weltliche Kantaten und Instrumentalwerke von Pierre de Lagarde (1717-1792), Michel Pignolet de Montéclair (1667-1737), François Couperin ( 1668-1733), P. D. Philidor (1681- 1731)

Musik vom französischen Hof, avec le bon goût, zartschmelzend und zuckersüss, herb und derb. Ein musikalisches Vergnügen auf dem Lande, wie es in Anwesenheit von Hieronymus von Erlach  und seiner Gefolgschaft auf Schloss Thunstetten  stattgefunden haben könnte.

Die beiden Solokantaten handeln beide von Dido – der Karthager Königin – und Aeneas – ihrem Geliebten, Spross Trojas und Schiffbrüchiger in Nordafrika. Aeneas verspricht ihr natürlich die ganze Welt und macht sich dann aus dem Staub, um das römische Reich zu gründe. Dido begeht darauf Selbstmord.

Die Duettkantate beschreibt eine Schäferszene der beiden Geliebten Tircis und Climène in arkadischer Landschaft.

Zu Sommerbeginn verspricht diese wunderbare Musik ein sinnliches Erlebnis unter freiem Himmel.

(Bei ungünstigem Wetter findet das Konzert in der Kirche Thunstetten statt)

 

 

Sonntag 20. August 2017, 18:00

im Garten von Uli Sorglos, Melchnau

“Tafelmusik“ Benefizveranstaltung für pro musica, Förderverein der OML (Oberaargauischen Musikschule Langenthal)

Feines Essen und Darbietungen des Sommerkurses „Alte Musik“ in Zusammenarbeit mit der OML

 

Sonntag 3. September 2017, 17:00

Klosterkirche St. Urban

Rainer Walker, Orgel; Choralschola unter der Leitung von Ewald Lucas

„Missa Apostolorum“ von Andrea Gabrieli (1532- 1585);

Andrea Gabrieli erlebte eine späte Entdeckung im 20. Jahrhundert. Sein Werkkatalog ist äusserst vielseitig und lässt sich mit jenem eines Claudio Merulo vergleichen. Die Verse für seine drei Messen sind geschrieben für den Sonntag (Missa Dominicalis), die Jungfrau Maria (Missa della Beata Vergine) und für die Apostel (Missa Apostolorum). Es handelt sich um insgesamt 68 Verse für das Ordinarium (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus). Ergänzt werden sie im hiesigen Konzert um die Gesänge des Propriums de tempore. Fast die Hälfte der Verse hat die Form eines Ricercare. Die Orgel ergänzt entsprechend um freie Orgelstücke des grossen venezianischen Komponisten. So kann eine Stimmung entstehen, wie sie im 16. Jahrhundert im Markusdom zu Venedig stattgefunden haben dürfte.

 

Sonntag 1. Oktober, 17:00

Klosterkirche St. Urban

Lea Suter, Orgel

„Tänze, Lieder und Toccaten“ Werke von J.Hassler (1627-1693) G.Frescobaldi(1583-1643) J. S. Bach (1685-1750)W. A. Mozart (1756-1791) u.a.

Die junge Organistin Lea Suter spielt auf der historischen Bossard -Orgel ein abwechlslungsreiches Programm mit weltlicher Orgelmusik aus dem Europa des 16. – 18. Jahrhunderts

 

Sonntag 15. Oktober 2017, 17:00

Klosterkirche St. Urban

„musica poetica“ Freiburg; Alt,Kazuko Nakano; Andrea Bergmann, Violine; Hans Bergmann, Violine; Kathrin Hirzel, Violoncello; Bettina Seeliger, Orgel/ Cembalo

„Laudate“ Geistliche Konzerte und Instrumentalmusik des 17. Jahrhunderts

Francesco Passarini (1636-1694),„Laudate Dominum omnes gentes“, Unbekannter Komponist (17. Jh.): „Confitebor tibi Domine“, Ruggiero Fedeli (um 1655-1722): „Laudate pueri Dominum“,

Pietro Torri (um 1650-1737), „Lauda Jerusalem Dominum“

Johann Gottfried Walther schrieb 1708: „Musica poetica, oder die musicalische Composition ist eine mathematische Wissenschaft, vermöge welcher man eine liebliche und reine Zusammenstimmung der Sonorum aufsetzet und zu Papier bringet, dass solche nachmals kann gesungen oder gespielet werden, den Menschen für nehmlich zu eifriger Andacht gegen Gott dadurch zu bewegen und dann auch das Gehör und Gemüt desselben zu ergötzen und zu vergnügen.“

 

Samstag 2. Dezember 2017: 20:00

Kirche Madiswil

Annina Künzi, Sopran; Sabina Weyermann, Barockoboe/ Blockflöte; Peter Ehinger, Traversflöte/ Blockflöte; Benjamin Heim; Violoncello; Rainer Walker, Cembalo/ Orgel

“ Von Engeln, Hirten und Schafen“ und dem trotzigen Hund Moritz

Adventskonzert, Werke von G. F. Händel (1685-1759), J. S. Bach (1685- 1750), Arcangelo Corelli (1653- 1713), Rainer Walker u.a.

Schafe können sicher weiden, der  Engel jubiliert, Duddelsack und Flöten der Hirten erklingen. Wäre da  nicht der freche Hund Moritz, der die Schafe immer in eine andere Richtung leitet als der Hirte dies beabsichtigt.